Die meisten verbinden Italien erst einmal mit Sommer, Sonne, Strand und Meer. Doch Italien ist nicht nur ein schönes Urlaubsland, es ist auch ein wichtiger Handelspartner für Deutschland. Im Folgenden möchten wir Ihnen daher für Ihre nächste Geschäftsreise ein paar Tipps geben, damit sie auch wirklich ein Erfolg wird.

Begrüßung

“Buongiorno” entspricht dem deutschen “Guten Tag”. Nach etwa 14 Uhr grüßt man mit “Buonasera” (“Guten Abend”). Es ist üblich, dass ein Dritter zwei Menschen einander vorstellt. Warten Sie also zuerst einmal ab, was geschieht. Sollten Sie nicht vorgestellt werden, können Sie selbst Ihren Vor- und Nachnamen nennen. Verzichten Sie dabei auf die Nennung von Titeln oder Berufsbezeichnungen.Zur Begrüßung reicht man sich die Hand und blickt einander in die Augen. Frauen sollten Männern zuerst die Hand reichen. Wenn die Bekanntschaft schon  etwas enger ist, kann es sein, dass sie mit zwei angedeuteten Wangenküsschen begrüßt werden.Vielleicht werden Sie mit der Frage “Come sta?” konfrontiert. Sie bedeutet “Wie geht es Ihnen?” und sollte beim ersten Kontakt von Ihnen unbeantwortet wiederholt werden. Bei späteren Begegnungen können Sie, unabhängig von Ihrem tatsächlichen Befinden, mit “Bene, grazie”, also “Danke, gut” antworten.Z ur Verabschiedung sollten sie “Arrivederci” bzw. “ArrivederLa” (höflich) sagen. Dies entspricht dem deutschen “Auf Wiedersehen”. Ein einfaches “Ciao” ist im Alltag weitverbreitet, im geschäftlichen Kontext jedoch zu lässig.

Anrede

In Italien legt man sehr viel Wert auf Titel. So wird jeder, der studiert hat, mit “dottore” bzw. “dottoressa” angesprochen. Handelt es sich um einen Anwalt, verwendet man “Avvocato”, Ingenieure spricht man mit “Ingegnere” an. Hinter diesen Titel gehört der Nachname. Einen Anwalt mit dem Nachname Rossi spricht man also als “Avvocato Rossi” an. Die allgemeine Anrede für Männer ist “Signore”, für Frauen “Signora” und für sehr junge Frauen ist “Signorina” üblich.

Pünktlichkeit

Die Pünktlichkeit unterliegt einem Nord-Süd-Gefälle. Dies bedeutet, dass im Norden leichte Verspätungen vorkommen und die Unpünktlichkeit sich immer stärker ausprägt, je weiter man nach Süden kommt. Trotzdem sollten Sie selbst immer pünktlich sein, außer es handelt sich um eine private Einladung. In diesem Fall werden Ihre Gastgeber erwarten, dass Sie ca. eine Viertelstunde zu spät kommen.

Business Outfit

Wählen Sie Ihr Outfit sorgfältig aus. Italiener achten sehr auf Ihre Kleidung und allgemein darauf “bella figura” (eine gute Figur) zu machen. Sie werden feststellen, dass ihre italienischen Geschäftspartner klassische Anzüge mit langärmeligen Hemden, Krawatte und braunen oder schwarzen Lederschuhen bzw. elegante Kostüme mit Bluse tragen. Frauen sollten darauf achten, dass Ihr Make-up, Parfum und Nagellack dezent sind.

Small Talk

Wichtig für eine Geschäftsbeziehung nach Italien ist es, eine persönliche Beziehung aufzubauen. Hierfür ist Small Talk sehr hilfreich. Beliebte Themen sind die Familie, Essen, Wein, Sport (besonders Fußball), Filme und Kunst. Lautes Durcheinanderreden ist in Italien durchaus üblich, lassen Sie sich davon nicht stören.

Tabuthemen

Vermeiden Sie es Themen wie das wirtschaftliche Nord-Süd-Gefälle in Italien, die Mafia, Krankheiten, Kriege, Religion, Politik, Korruption oder die italienische Bürokratie anzusprechen. Außerdem ist es unhöflich nach dem Einkommen des Gesprächspartners zu fragen oder mit eigenen Erfolgen anzugeben. Wenn Sie Kritik äußern wollen, tun sie dies nicht zu offen und direkt.

Geschäftskultur

Italiener bevorzugen es ihren potentiellen Geschäftspartner beim Business-Lunch besser kennen zu lernen bevor man mit den Verhandlungen beginnt. Mehr dazu unter “Restaurant”. In Italien arbeitet man selten nach Plan, so dass Entscheidungen oft spontan während der Verhandlungen getroffen werden. Allerdings bedeutet das nicht, dass Entscheidungen auch schnell getroffen werden. Italiener sind nicht sehr risikofreudig und wollen alle Fakten gründlich prüfen. Hinzu kommt die stark ausgeprägt Hierarchie, die Bürokratie verursacht und dadurch Entscheidungen verzögert. Bringen Sie also Geduld mit. Bedenken Sie außerdem, dass Entscheidungen zum Teil nicht umgesetzt werden. Es ist daher sinnvoll, Vereinbarungen schriftlich zu fixieren. Wenn Sie wissen, wann ein Geburtstag oder Hochzeitstag ansteht, sollten Sie zumindest gratulieren. Besser ist es, wenn Sie ein kleines Geschenk überreichen. Geeignet sind Blumen, Pralinen oder Wein. Vermeiden Sie es jedoch Chrysanthemen zu verschenken, da diese ausschließlich als Grabschmuck verwendet werden.

Besonderheiten

Viele Italiener sind mehr oder weniger abergläubisch. So gilt beispielsweise die Zahl 17 als Unglückszahl und Freitage als Unglückstage. Machen Sie sich nicht über diesen Aberglauben lustig.

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