Exotische Wörter für exotische Situationen

Wissen Sie, wie viele Sprachen es gibt? Die Antwort ist erstaunlich und bezieht sich gerade einmal auf Schätzungen von Sprachforschern. Laut dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig existieren weltweit zwischen 6.500 und 7.000 verschiedene Sprachen. Das mag eine unvorstellbar hohe Zahl sein, aber wenn man ein wenig auf die Geschichte der Menschheit zurückschaut, dann wird einem bewusst, dass inzwischen sehr viele Sprachen ausgestorben sind und es in früheren Zeiten eine sehr viel größere Sprachenvielfalt gab. Experten schätzen, dass sich diese Vielfalt vor über 10.000 Jahren weltweit noch auf etwa 20.000 Sprachen belief. Es gibt verschiedene Gründe dafür, wie es zu diesem massiven Sprachensterben in der Zwischenzeit kommen konnte. Naturkatastrophen, Vertreibungen oder auch Völkermord haben zur Ausrottung der Menschen, die entsprechende Sprachen beherrschen, beigetragen. Aber auch die fortschreitende Globalisierung trägt ihren Teil dazu bei. Viele Menschen geben nämlich ihre lokale Sprache auf und übernehmen eine nationale Sprache, um sich landesweit und auch darüber hinaus verständigen zu können.

Zum Glück für uns alle sind noch einige Sprachen erhalten geblieben, die einzigartige und wunderschöne Wörter enthalten. Wir sind neulich auf einen Artikel von Daniel Dalton gestoßen, in welchem er uns 28 Wörter präsentiert, die die englische Sprache “stehlen” sollte. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle unsere persönliche TOP 5 dieser Liste vorstellen und verweisen für die übrigen, ebenfalls lohnenswerten Begriffe, auf den oben genannten Link.

Platz 5:

Shemomedjamo

Dieses wunderschön auszusprechende Wort kommt aus dem Georgischen und beschreibt eine Situation, die alle von uns kennen sollten. Das Wort beschreibt nämlich die Situation, bei der man beim Essen zwar satt ist, aber dennoch aus dem Grund weiterisst, weil das Essen so gut schmeckt. Auch wenn das Wort recht schön in der Aussprache klingt, so hilft es dennoch leider nicht über die danach aufkommenden Bauchschmerzen hinweg.

Platz 4:

Kuidaore

Die japanische Sprache hat wirklich sehr viele schön auszusprechende Wörter und kommt in der Original-Liste zu Recht mehrmals vor. Das Wort “Kuidaore” hat ebenfalls wie das vorhergegangene Wort mit Essen zu tun. Es beschreibt den Umstand, sich selbst in die Privatinsolvenz zu essen. Mag dieses ungewöhnliche Phänomen nicht sonderlich oft vorkommen, so ist es doch, zumindest in Teilen, eine Situation, die wir uns vorstellen können. Wer würde denn schon verleugnen, dass Essen süchtig machen kann?

Platz 3:

Prozvonit

Das folgende Wort stammt aus der tschechischen Sprache. Prozvonit beschreibt eine Situation, die wir eventuell als Teenager gekannt haben oder sie teilweise auch – je nach Situation -  im Erwachsenenalter immer noch kennen: wir rufen jemanden an und lassen es nur einmal klingeln, um die angerufene Person dazu zu animieren, zurückzurufen, damit man selber Geld sparen kann.

Platz 2:

Jayus

Jayus kommt aus dem Indonesischen und beschreibt nicht nur eine Situation, sondern eher eine Persönlichkeitseigenschaft. Es gibt ja viele, auch berühmte, Menschen, die besonders gut Witze erzählen können und deswegen immer sehr beliebt auf Partys oder Familientreffen sind. Und dann gibt es auch noch das Gegenteil. Menschen, denen es kein bisschen im Blut liegt, Witze ordentlich und erträglich erzählen zu können und die sich immer wieder verkrampft verhaspeln oder das Falsche erzählen und daher wieder neu anfangen müssen. Für genau diese Menschen wurde der Begriff erfunden und beschreibt daher den Umstand, dass man bei einem schlecht erzählten Witz, gerade wegen der Erzählweise, lachen muss.

Platz 1:

Mamihlapinatapa

Dieses Wort klingt nicht nur besonders, sondern hat auch eine besondere Herkunft. Es stammt nämlich aus der Sprache der Yámana. Der Stamm der Yámana ist eine ethnische Gruppe, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts auf Feuerland in Südamerika siedelten. Sie wurden bei der Besiedlung durch weiße Siedler Anfang des 20. Jahrhunderts fast vollständig ausgerottet. Das Wort selber beschreibt allerdings einen deutlich schöneren Umstand: den wortlosen Blick zwischen 2 Menschen, die beide etwas (oder jemanden) begehren, aber trotzdem noch zurückhaltend damit sind, ihr Ziel in Angriff zu nehmen. Es mag wie ein unglückliches Ende zwischen zwei Verliebten klingen, aber das Wort hat definitiv etwas magisches an sich.

Wir hoffen, Sie haben ein paar neue nützliche Wörter für die jeweils entsprechende Situation gelernt und Spaß an dem Beitrag gefunden. Falls Sie noch mehr wissenswertes rund um das Thema Sprachen erfahren wollen, stöbern Sie ruhig durch unsere älteren Blogposts!